IngenieurWerden
Einstieg in die TGA-BrancheNadia Redmer studiert im 6. Semester Energie- und Gebäudetechnik an der Hochschule München. Bei Aktivitäten auf Twitter (@tab_TGA_Online) fiel der tab-Redaktion ihr interessanter Blog auf, in dem sie sich mit dem Einstieg in die TGA-Branche befasst und einen lebendigen Einblick in den heutigen Studienalltag gibt.
tab: Sie sind mit einem Blog mit dem Motto „Wie werde ich Ingenieur in der Gebäudetechnik?“ und bei Twitter aktiv. Welche Zielsetzungen verbinden Sie mit diesen Aktivitäten?
Nadia Redmer: Bei Studieninformationstagen habe ich festgestellt, dass viele nicht wissen, was hinter der Gebäudetechnik steckt und somit gar nicht auf die Idee kommen, in diese Branche einzusteigen. Alle kennen die Berufszweige Architektur und Bauingenieurwesen – aber Gebäudetechnik?
Durch meine Videos, Tweets und meinen Blog möchte ich diesen Zweig bekannter und attraktiver machen.
tab: Was hat Sie veranlasst in die TGA-Branche einzusteigen? Was reizt Sie an der Energie- und Gebäudetechnik?
Nadia Redmer: Ursprünglich komme ich aus der Eventbranche und bin Veranstaltungskauffrau. Beim Wechsel in das elterliche Unternehmen bekam ich Einblicke in das bauliche Tagesgeschäft und der TGA (z. B. Deutsche Bank Project Blue). Aufgrund meines wachsenden technischen Interesses wurde ich zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten weitergebildet. Nach aufschlussreichen Gesprächen mit Projektpartnern und Freunden entschied ich mich für das Studium Energie- und Gebäudetechnik an der Hochschule München, um mir das Fachwissen mit einem anerkannten Abschluss anzueignen.
Es gibt so viele Gründe, warum diese Branche so spannend ist: seien es die Möglichkeit an und in Gebäuden mitzuarbeiten, die später für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sein werden (z. B. Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main); oder Teil eines Teams zu sein, das für die rechtzeitige Gebäudeinbetriebnahme sorgt und dafür sämtliche Hebel in Bewegung setzt; oder die zweckmäßige Planung von Gebäudetechnik mitzugestalten, um Nutzern den maximalen Komfort bei minimierten Energieeinsatz zu gewährleisten. Und natürlich, dass kein Projekt dem anderen gleicht.
tab: Viele Unternehmen suchen nach neuen Mitarbeitern. Wie wichtig ist Ihnen bereits während des Studiums der Kontakt zu den Unternehmen der TGA-Branche?
Nadia Redmer: Der frühe Kontakt ist sehr wichtig. Schließlich sind dies unsere zukünftigen Geschäftspartner, Arbeitgeber oder Kunden. Aus Erfahrung weiß ich, wie wichtig Netzwerke sind.
Als Teil der Fachschaftsleitung versuche ich den Kontakt zu fördern. Oft kennen meine Kommilitonen sogar namhafte Unternehmen gar nicht. In anderen Studiengängen wie E-Technik oder BWL präsentieren sich Unternehmen aktiv bei den Studierenden, sei es mit Fachvorträgen oder Werbemitteln. Diese zielgruppengerichtete Kommunikation wird bei uns kaum bis gar nicht genutzt. Alle beschweren sich über Fachkräftemangel. Aber: Wenn man sich nicht kennt, wie soll man sich finden?
tab: Es gibt also noch Nachholbedarf bei der gegenseitigen Kontaktaufnahme. Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei Ihrem Studium.