Halbjahresbericht der Gebäudearmaturenindustrie für 2015
Fehlende Marktdynamik 24.09.2015Die Entwicklung der deutschen Gebäudearmaturenindustrie war im ersten Halbjahr 2015 nicht ungetrübt. Von Januar bis Juni 2015 ergab sich ein nominales Umsatzminus von 1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Heimatmarkt Deutschland stagnierte der Umsatz auf Vorjahresniveau. Trotz eines robusten Arbeitsmarktes, niedriger Zinsen und steigender Einkommen fehlte den Gebäudearmaturenherstellern die Marktdynamik im ersten Halbjahr 2015. Im Euroraum wuchs das Geschäft zwar um 11 %, dies konnte aber die Verluste außerhalb Europas nicht auffangen. Der Auslandsumsatz ging insgesamt um 2 % zurück, was vor allem die ausländischen Produktionsstätten der deutschen Hersteller traf.
Als Wachstumsbringer erwies sich nur die Produktgruppe der Sanitärarmaturen mit einem Plus von 7 %. In den anderen Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze rückläufig. Bei den technischen Gebäudearmaturen gingen diese nominal um 13 %, in der Heizungsarmaturenindustrie um 9 % zurück. Auch die Auftragseingänge im Juni entwickelten sich in den drei Produktgruppen uneinheitlich. Insgesamt schlug aber ein Orderrückgang von 3 % zu Buche.
Deutschland und China bilden Exportspitze
Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Exporte deutscher Gebäudearmaturen in den ersten sechs Monaten um 6,5 % auf 1,3 Mrd. €. Damit konnte Deutschland seine Position als zweitgrößter Exporteur von Gebäudearmaturen weltweit, nach China und vor Italien, erneut bestätigen.
Top-Absatzländer Frankreich, USA, Großbritannien
Besonders getragen wurde dieses Wachstum von der sich verbessernden Stimmung im US-Wohnbau und der allgemein positiven Konjunkturentwicklung in den USA. Die Exporte in den amerikanischen Markt erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 25,1 % auf 115,2 Mio. €. Damit belegten die USA Rang zwei der wichtigsten Absatzländer, angeführt wird die Liste der Top-Exportmärkte von Frankreich. Der Export von Gebäudearmaturen nach Frankreich stieg um 5,2 % auf 141,4 Mio. €, begünstigt durch die hohe Zahl an fertiggestellten Wohnungen in neu errichteten Wohngebäuden im Jahr 2014 und im ersten Halbjahr 2015. Platz drei belegte Großbritannien mit einem Absatz von 86,6 Mio. € (+ 17,5 %), dank des wiederbelebten englischen Immobilienmarktes.
Exporte nach China und Russland enttäuschend
Keine positiven Impulse kamen hingegen aus China (- 0,5 %) und Russland. Das Wirtschaftswachstum des wichtigen Exportmarktes China hat sich zuletzt verlangsamt, viele deutsche Unternehmen spürten die Konjunkturschwäche in Form einer geringeren Nachfrage. Der Export nach Russland brach um 24 % ein und leidet unter der ungelösten Ukrainekrise.
Prognose 2015: Umsatz auf Vorjahresniveau
Die Kaufkraft in Deutschland wächst weiter dank höherer Nettoeinkommen und einem niedrigen Ölpreis. Allerdings bremst der Fachkräftemangel im SHK-Handwerk die Investitionen in die Sanitär- und Heizungstechnik. Zwar wird für den Euroraum eine Stabilisierung der Konjunktur erwartet, allerdings könnte eine Verschärfung der Krise in Griechenland oder des Ukrainekonflikts die wirtschaftliche Erholung ausbremsen. Trotz eines robusten Arbeitsmarktes, niedriger Zinsen und steigender Einkommen rechnet der Fachverband Armaturen für 2015 nur mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau für die deutsche Gebäudearmaturenindustrie.