Panasonic startet erstes Wasserstoff-Pilotprojekt in Deutschland
04.04.2025Panasonic eröffnete am 27. März 2025 am Campus München in Ottobrunn mit „Panasonic HX“ Deutschlands ersten Proof-of-Concept für eine nachhaltige Energielösung, die mit grünem, lokal erzeugtem Wasserstoff betrieben wird. Für dieses Pilotprojekt wurden fünf Wasserstoff-Brennstoffzellen mit einer Leistung von jeweils 10 kW und eine Photovoltaik-(PV)-Anlage implementiert, um das Customer Experience Center (CXC) in Ottobrunn bei München mit 100 % Ökostrom zu versorgen.
Panasonic eröffnete am 27. März 2025 am Campus München in Ottobrunn mit „Panasonic HX“ Deutschlands ersten Proof-of-Concept für eine nachhaltige Energielösung, die mit grünem, lokal erzeugtem Wasserstoff betrieben wird.
Bild: Panasonic
Das CXC ist nicht nur ein moderner Showroom, in dem Panasonic die Bandbreite seiner fortschrittlichen Technologieanwendungen und die seiner Partner demonstrieren möchte. Was hier gezeigt wird, präsentiert wichtige Komponenten und Produkte für Unternehmen und Industriezweige wie den Energiesektor, die Mobilität, den Einzelhandel und weitere Branchen. Gleichzeitig beherbergt das Gebäude auch Labore, in denen Technologien getestet und weiterentwickelt werden. Co-Working-Spaces ermöglichen eine enge Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen, Kunden und Branchenakteuren.
Betrieb mit „reinem Wasserstoff“
Die fünf Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme (je 10 kW) und die Photovoltaikanlage (170 Module mit ca. 60 kWp Leistung) werden über das firmeneigene Energiemanagementsystem (EMS) von Panasonic gesteuert. Um die Brennstoffzellen mit lokal erzeugtem grünem Wasserstoff zu versorgen, wurde in der Nähe der Brennstoffzellen ein 40-Fuß-Standard-Container mit Wasserstoffspeicherflaschen aufgestellt. Wenn der Wasserstoff aufgebraucht ist, wird der Container durch einen neuen ersetzt. Die Zylinder im Anhänger haben ein Volumen von 30 m³ grünem Wasserstoff, der aus Südbayern und Österreich stammt. Das gesamte Campusgelände ist etwa 20.000 m² groß, während das CXC etwa 6.000 m² misst. Die Anlage mit dem Wasserstoffspeicher und den Brennstoffzellen als Hauptkomponenten ist direkt an das CXC angeschlossen und benötigt lediglich 203 m² Fläche (ohne die Dachfläche für die PV-Module).
Fünf „PH3“ Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme mit einer Leistung von jeweils 10 kW sind die 3. Generation des sogenannten „H2 KIBOU“-Systems, der Brennstoffzelle von Panasonic, die mit „reinem Wasserstoff“ (ohne fossile Brennstoffe) betrieben wird. Neben einer höheren Leistung im Vergleich zu den Vorgängerversionen „PH1“ und „PH2“ können bei der aktuellen Brennstoffzellengeneration bis zu 250 Module gleichzeitig betrieben werden. Die Leistung ist zudem anpassbar, was den Weg für eine flexible und skalierbare Stromerzeugung ebnet. Das Ziel von Panasonic ist es, eine skalierbare Energielösung für bis zu 1 Megawatt (MW) Stromleistung anzubieten.
Fünf „PH3“ Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme mit einer Leistung von jeweils 10 kW versorgen den Campus München in Ottobrunn mit Energie.
Bild: Panasonic
Das Energiemanagementsystem in Ottobrunn steuert die Brennstoffzellen flexibel, indem es nur die erforderliche Anzahl an Zellen einschaltet, um den Strombedarf in Kombination mit der PV-Anlage zu decken. Um die Laufzeit jedes Brennstoffzellensystems weiter zu optimieren, verteilt das EMS die Betriebszeiten gleichmäßig auf die fünf Module. Dies verlängert die Lebensdauer des Systems und ermöglicht auch geplante Wartungszyklen, da einzelne Systeme für die Dauer der Inspektion abgeschaltet werden können.
Die 190 kWp-PV-Anlage auf dem Dach des benachbarten Bürogebäudes auf dem Campus wurde 2021 installiert und ist in das Gesamtsystem integriert. Nach vorläufigen Berechnungen kann das „Panasonic HX“-System 100 % des gesamten Strombedarfs des CXC decken. Der restliche Strom wird aus dem Netz bezogen.
Bau innerhalb eines Jahres abgeschlossen
Der Bau dieses Leuchtturmprojekts begann im August 2024 und wurde in nur sieben Monaten abgeschlossen. Leistungsstarke lokale Projektpartner, die auf grüne Wasserstoffenergie und Architektur spezialisiert sind, spielten eine Schlüsselrolle bei dieser schnellen Fertigstellung. Darüber hinaus gewannen die Projektmanager einen vertrauenswürdigen Lieferanten für lokal produzierten grünen Wasserstoff für das Projekt.
Die Nutzung von Solarenergie und Strom aus grünem Wasserstoff ist laut Panasonic ein bedeutender Schritt in Richtung langfristiger nachhaltiger Energielösungen. Dieses Projekt sowie die Geschäftsstrategie von „Panasonic HX“ dienen dazu, eine moderne Wasserstofftransformation und damit eine dezentrale, stabile und resiliente Infrastruktur für die Versorgung mit erneuerbaren Energien zu demonstrieren.
Teil einer langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie
Das Panasonic HX-Projekt in Ottobrunn ist Teil der langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie Panasonic „GREEN IMPACT“. Darin hat sich das Unternehmen Ziele gesetzt, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen und zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen. Das Unternehmen arbeitet intensiv daran, die CO2-Emissionen seiner eigenen Fabriken und Bürostandorte bis 2030 auf null zu reduzieren und damit insgesamt 110 Mio. t CO2 zu vermeiden. Panasonic hat insgesamt rund 130 Mio. € in die Entwicklung der Panasonic HX-Technologie investiert.